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Pädagogischer Dienst

Der Hauptschulkurs

1. Voraussetzungen
Bei Aufnahme erfolgt eine pädagogische Diagnostik durch den pädagogischen Dienst. Falls der Patient keinen Schulabschluss hat, Interesse an schulischer Arbeit bekundet und seine Vorkenntnisse auf Hauptschulniveau (Texte lesen und mit eigenen Worten wiedergeben, Schreiben, Kenntnis der Grundrechenarten) liegen, kann er am Kurs teilnehmen.

2. Dauer und Stundentafel
Der Kurs dauert in der Regel 18 Monate und schließt mit einer Prüfung ab. Es findet täglich Unterricht von 7.30 Uhr bis 11.55 Uhr statt.
Um Defizite aufzuarbeiten bieten wir begleitend Förderunterricht an.

Der Kurs ist „offen“, d. h. ein Quereinstieg ist möglich, bis ca. 6 Monate vor der geplanten Prüfung, wenn der Patient die aktuellen Voraussetzungen und Kenntnisse mitbringt.

Es werden in der Regel keine schriftlichen Hausaufgaben erteilt.

3. Die Kursleitung
Die Kursleitung ist Ansprechpartner für Patienten und Stationen.

4. Stundentafel / Hausaufgaben
Es werden wöchentlich 18 Zeitstunden Unterricht erteilt. ( s. Diagramm)


Deutsch 4 Std. Sozialkunde 2 Std.

Mathematik 4 Std. Physik 2 Std.

Englisch 4 Std. Erdkunde 2 Std.


Alle Schüler beginnen mit Englisch, nach ca. 6 Monaten können sie entscheiden, ob sie weiterhin am Englischunterricht teilnehmen oder ob sie den einfachen HS-Abschluss anstreben. Streben die Schüler den einfachen HS-Abschluss an, erhalten sie in der Zeit, in der der Englischunterricht stattfindet, Förderunterricht.

5. Materialien / Schulgeld

Die Schüler bekommen alle Schulmaterialien (Mappen, Stifte, Taschen, Bücher, Taschenrechner) von der Schule gestellt. Sie erhalten außerdem ein Schulentgelt von 46,00€. Bei unentschuldigtem Fernbleiben gibt es finanzielle Abzüge.
Ansonsten gelten die gleichen Regeln wie in der AT, 12 Tage bezahlter Urlaub, Krankheitstage werden bis zum 20. Tag bezahlt.

6. Zwischenzeugnisse
Im Laufe des Kurses erhalten die Schüler zwei Zwischenzeugnisse, ca. alle sechs Monate. Diese Zeugnisse werden auch den Stationen zur Kenntnis gegeben.

7. Das Miteinander im Kurs / Unterrichtsvereinbarung
Für das Miteinander im Kurs gibt es klare Regeln, die in einer Unterrichtsvereinbarung festgehalten sind. Jeder Schüler erhält zu Beginn seiner Teilnahme am Kurs diese Vereinbarung, die er mit seiner Unterschrift anerkennt.

Außerdem findet jede Woche eine sogenannte Verfügungsstunde statt, in der Probleme besprochen werden und Organisatorisches geregelt wird.

Seit einigen Jahren wird ein Klassensprecher gewählt.

8. Zusammenarbeit mit den Stationen
Die Stationen bekommen alle zwei Wochen die aktuellen Stundenpläne gemailt. Finden Therapieplankonferenzen statt, nehmen wir als Pädagogen teil.

Bei aktuellen Problemen tauschen wir uns mit den Pflegern und Stationsleitern aus, es ist für uns aber ebenfalls wichtig, bei aktuellen stationären Problemen eines Patienten von der Station informiert zu werden.

9. Prüfung
Nach ca. 18 Monaten findet die Hauptschulprüfung statt. Die Patienten haben die Möglichkeit, entweder den einfachen HS-Abschluss (ohne Englisch) oder den erweiterten HS-Abschluss (mit Englisch) zu erwerben. Es finden schriftliche Prüfungen im Fach Deutsch, Mathematik und Englisch/anderes Fach statt. Mündliche Prüfungen sind in allen Fächern möglich, jeder Patient wird aber mindestens in einem Fach mündlich geprüft.

Bei den Prüfungen arbeiten wir mit den Kollegen der KGS Moringen zusammen, die uns als Co-Prüfer unterstützen.

10. Probleme
Als Probleme haben sich in den letzten Jahren herauskristallisiert:

- Die dauerhafte Integration von Frauen bleibt weiterhin schwierig.

- Gerade bei schriftlichen Arbeiten zeigt sich ein sehr heterogenes Leistungsniveau.

- Kursaktivitäten scheitern zu oft an mangelnden Lockerungen der Patienten.

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